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Alexandertechnik und Reiten.

 

Araberstute Sarhi
bei der Arbeit an der Hand im Trab




Die Alexandertechnik in der Arbeit mit Pferden anzuwenden gehört mit zu den beglückendsten Erfahrungen, die man machen kann, da das Feedback der Pferde unmittelbar ist. Mir ist schon früh aufgefallen, dass wirklich gute Reiter ihrem Pferd eine Alexandertechnikstunde geben (auch wenn sie selbst noch nie von der Alexandertechnik gehört haben). Dazu gehört, dass sie dem Pferd keine Haltung aufzwingen, sondern ihr Pferd in die Lage versetzen, diejenige Haltung zu finden, die für die aktuelle Aufgabe optimal ist. Und das mit einfachen und subtilen Mitteln.

Bevor der Reiter jedoch auf diese feinfühlige und offene Art auf das Pferd eingehen kann, ist es unerlässlich, dass der Reiter jene Durchlässigkeit, die er beim Pferd sucht, bei sich selbst findet. Durch die Erfahrung am eigenen Leib, dass Entspannung, Loslassen und freie Bewegung eine Frucht von Zeit und Vertrauen sind und nicht durch Kraft erzwungen werden können, wie es in der heutigen Reiterei traurigerweise zum guten Ton gehört, wird die Arbeit mit dem Pferd an Qualität gewinnen und tief befriedigen.

Mit Hilfe der Alexandertechnik kann der Reiter einen wirklichen Gleichgewichtssitz erlernen, aus dem heraus Arme und Beine nicht mehr mit der Stabilisierung des Sitzes beschäftigt sind und dadurch horchend mit dem Pferd Kontakt aufnehmen können.
Ein freies Bein kann in jeder Sekunde den Rumpfbewegungen des Pferdes folgen und somit hat der Reiter einen verlässlichen Timer für punktgenaue und effektive Einwirkungen, die kultiviertes Reiten ausmachen.
Ein anderer Schlüssel guten Reitens ist die gut mit dem Körper des Reiters verbundene Hand, denn ist sie durch zuviel Anspannung in den Armen vom Körper abgetrennt, gleichsam taub und hart, so wird als Antwort darauf das Maul des Pferdes ebenfalls taub und hart sein. Eine Hand, die ihre Wachheit und Lebendigkeit aus dem ganzen Reiterkörper bezieht, wird dem Pferd dagegen bald das Vertrauen geben, um sich dem Reiter im empfindlichen Maul - dieser so sensiblen Stelle - “zu öffnen”.
Das viel gepriesene Reitergefühl ist nicht nur einigen talentierten Menschen vorbehalten, sondern kann von jedem erlernt werden. Die Voraussetzung dafür - eine ungetrübte Wahrnehmung - ist durch die Alexandertechnik erreichbar. Denn die Abwesenheit einer feinen Wahrnehmungsfähigkeit  ist oft ein Zeichen, dass es im Körper zuviel “Störgeräusche” gibt, die unter anderem dadurch entstehen, dass die inneren Aufrichtereflexe nicht richtig funktionieren und die äusseren Bewegungsmuskeln im wahrsten Sinne des Wortes “zugemacht” haben.


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letzte Aktualisierung: Januar 2012

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