www.FabriceBuchheim.de

Meine Arbeit

 

Die Ausbildung zum Lehrer der Alexandertechnik habe ich von 2005-2008 bei Prof. Nadia Kevan in Köln absolviert. Im Folgenden werde ich meine Arbeit vorstellen. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Was sind die physiologischen Hintergründe meiner Arbeit?

Die Schwerkraft zieht das Gewicht des Körpers in jedem Augenblick zum Erdmittelpunkt. Der Boden widersteht dieser Bewegung und drückt gegen den Körper zurück, wodurch reflexgesteuerten Aufrichtemechanismen aktiviert werden. Diese Aufrichtreflexe organisieren die vertikale Ausrichtung des Körpers. Dies geschieht mühelos und ohne unser Zutun.
Es gibt zwei Arten von Skelettmuskeln im Körper. Zur ersten zählen die Bewegungsmuskeln, die willentlich verkürzt werden können. Wie der Name sagt, sind sie nur für die Bewegung und nicht für längere Anstrengungen gedacht, da sie leicht ermüden.
Die zweite Art sind die tiefgelegenen Aufrichtemuskeln, die die oben erwähnte vertikale Ausrichtung des Körpers erledigen. Da sie reflexgesteuert sind, können sie nicht willentlich angesprochen werden.
Geschieht es nun aus irgendeinem Grund, dass die Bewegungsmuskeln die Aufgabe der Aufrichtung des Körpers übernehmen müssen, wird die Arbeit der Aufrichtemuskeln gestört und die Bewegungsmuskeln verkrampfen im Versuch den Körper aufrecht zu halten und vor unangenehmen plötzlichen Bodenberührungen zu schützen. Es entsteht also eine innere Haltlosigkeit und eine Verhärtung nach aussen hin, mit all den Symptomen, die unsere moderne Zivilisation auszeichnen: Haltungsschäden, Schmerzen, Bewegungseinschränkungen auf körperlicher und Depression, Müdigkeit, Abhängigkeit und Haltlosigkeit auf seelischer Ebene. Dies bedeutet für den betroffenen Menschen einen permanenten Ausnahmezustand.
 

Tiefgehender Wandel durch die Alexandertechnik...

In der westlichen Zivilisation ist es “normal” bei körperlichen Problemen gegensteuernd etwas zu tun. Dieser Aktivismus kann dazu führen, dass die Probleme nicht gelöst, sondern überdeckt und dadurch verschlimmert werden. Da Alles im Körper vom Gehirn gesteuert wird, muss auch jede Veränderung, will sie wirklich tiefgreifend und kraftvoll sein, dort beginnen.
Mit der Alexandertechnik ist solch ein bewusstes Umlernen möglich. Ihre Mittel sind dabei sehr einfach. Die absolute Grundlage sind das Innehalten und das Denken der Richtungen.
Beim Innehalten gibt man sich selbst Zeit und Raum, wodurch die Wahrnehmung sich klären und der gewohnte, falsche Umgang mit sich selbst gestoppt werden kann. Dann kann sich der Mensch neu ausrichten werden, indem er sich selbst entsprechende gedankliche Anweisungen gibt. Da es nicht darum geht etwas Richtiges zu tun, sondern Falsches zu unterlassen, muss dies mit der “Qualität des Nichtstun” geschehen.
Mehr Informationen zur Alexandertechnik und deren “Erfinder”.
 

...und die Unterstützungsarbeit.

Die Unterstützungsarbeit wurde von Chris Stevens und Prof. Nadia Kevan entwickelt. Sie stellt ein starkes Werkzeug zur Entstörung der Aufrichtereflexe dar und kann schnell eigenständig angewandt werden. Sie umfasst drei Ebenen:

  1. Die äußere Unterstützung
    Das bewusste Abgeben des Körpergewichts an den Boden (bzw. an eine Sitzfläche) und die daraus folgende Erfahrung des äusseren Getragenseins führt zum ersten Loslassen und stimuliert die Aufrichtereflexe.
  2. Die innere Unterstützung
    Das Bewusstmachen des eigenen Skeletts, also des Weges, den die Bodenkraft von den Füssen bis zum Kopf durchläuft und das Erfahren des inneren Getragenseins ermöglicht, dass die tiefen Aufrichtemuskeln ihre Arbeit wieder aufnehmen.
  3. Die Bewegungsmuskeln loslassen
    Erst wenn die innere Stabilität hergestellt ist, können die äusseren Muskeln in eine elastische Spannkraft zurückfinden, aus der heraus freie und leichte Bewegungen möglich sind.

Die Grundlage der Unterstützungsarbeit ist immer die Alexandertechnik.

 

Wie läuft eine Alexanderstunde ab?

Gearbeitet wird zunächst meist im Sitzen, weil hier eine grosse Unterstützung von aussen vorliegt und dies ausserdem eine Position ist, die der moderne Mensch sehr oft einnimmt. Durch Berührung mit den Händen lenkt der Lehrer die Aufmerksamkeit des Schülers und leitet ihn an, bestimmte Richtungen zu denken. Die Grundlage stellt die oben vorgestellte Unterstützungsarbeit dar.
Anhand alltäglicher Bewegungen, wie zum Beispiel dem Aufstehen und Hinsetzen, werden die Prinzipien der Alexandertechnik geübt und gefestigt, damit sie in den Alltag integriert werden können.
Ist ein gewisser Grundstock gelegt, kann die Arbeit auf das Instrument, auf die individuelle Sportart oder auf jede andere Aktivität übertragen werden.
Die Arbeit im Liegen, die allgemein als angenehm empfunden wird, hat ebenfalls einen wichtigen Platz in der Alexanderarbeit.

 

[nach oben]

letzte Aktualisierung: Januar 2012

[Startseite] [Musik] [AT] [Reiten] [Kontakt] [Links] [Impressum]